Challenge Samorin 2016

Ursprünglich wollte ich diese Jahr beim Ironman Budapest starten. Allerdings stolperte ich bereits im Dezember letzten Jahres über die Challenge Samorin. Der Preisvergleich zeigte 99€ für die Challenge Samorin gegen knapp 250€ für den Ironman Budapest. Dadurch fiel mir die Entscheidung leicht. Im Mai verkündete dann die Challenge Family, dass es nächstes Jahr eine Challenge Weltmeisterschaft geben wird: The Championship 2017 - ein Mitteldistanzrennen am 3.Juni 2017. Als Alterklassenathlet kann man sich mit einem Top 6 Finish in seiner Altersklasse qualifizieren (bei der Challenge Samorin 2016 wurde aber doppelt so viele Plätze vergeben). Nachrücken wie bei Ironman Bewerben ist hier nicht möglich.
Ziel war es also, dass ich die Qualifikation für die Challenge WM 2017 schaffe.
Die Challenge Samorin findet auf dem Gelände des X-Bionic Sphere statt. Hauptfokus der Anlage ist zwar der Reitsport, aber es gibt auch ein sehr gutes Bad mit 25 und 50 Meter Pool sowie eine Laufbahn. Daher auch das Wahrzeichen:
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Vor dem Rennen

Das Rennen war sehr gut organisiert. Abholung der Startunterlagen, Race Briefing und Pasta Party fanden am Vorabend statt. Bike Check-In war am Wettkampftag von 6:00-8:30 Uhr. Gestartet wurde um 9:00 Uhr.
Mein Zeitplan am Vortag war recht knapp bemessen. Abfahrt um 12:15 Uhr von zuhause - Ankunft etwa um 14:00 Uhr im Hotel. Race Briefing um 15:00 Uhr, Startunterlagen abholen und dann die letzte Trainingseinheit: 15 Minuten Schwimmen, 20 Minuten Radfahren, 10 Minuten Laufen - die hat sich richtig gut angefühlt. 18 Uhr Pasta Party auf sehr gutem Niveau: Bolognese, Lachs, Vegetarisch, Salate und als Nachtisch Mohnnudeln. Direkt danach Besichtigung vom Schwimmausstieg und den Weg in die Wechselzone. Hier gab es die ersten beiden Überraschungen. Einen richtigen Ausstieg gibt es gar nicht, sondern nur eine provisorischen Steg:
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Direkt danach muss den steilen Damm hinunter und das nicht nur nach dem Schwimmen sondern auch 4x beim Laufen:
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Die Wettervorhersage für den Wettkampftag verhieß nichts Gutes. Regen und Wind ab 10 Uhr. Bei dem super Wetter am Vortag war da fast nicht vorstellbar. Am Morgen war es sehr bewölkt, die Temperatur war sehr angenehm und Wind gab es noch kaum - also ideales Triathlonwetter.

Schwimmen

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Die Schwimmstrecke war sehr einfach: eine Runde mit 1900m in der Donau. Die Wassertemperatur betrug etwa 19 Grad und somit durfte mit Neoprenanzug geschwommen werden. Um 9 Uhr ging es für das kleine Männer Pro Starterfeld los. Um 9:02 Uhr folgen die Pro Damen und um 9:05 Uhr gab es dann den Massenstart für die knapp 300 Age Group Teilnehmer. Nach dem übliche Gerangel am Start fand ich mich schnell in einer kleinen Gruppe wieder. Aufgrund des trüben Wassers war die Sicht sehr schlecht und ich musste sehr aufpassen, dass ich meinen Vordermann nicht verliere. Insgesamt verlief das Schwimmen recht ereignislos. Der Rückweg kam mir extrem lange vor und ich dachte schon das es eine sehr schwache Leistung werde würde. Nach fast genau 31 Minuten stieg ich aus dem Wasser. Lt. Garmin 1970m mit 1:35min/100m - so schnell war ich noch nie. Dies erwies sich, trotz Helfer, auf den rutschigen, schwimmenden Kunststoffsteg als gar nicht so einfach. Direkt danach ging es den Damm hinunter und dabei schaffte ich es gerade so nicht zu stolperten ich. Meine offizielle Schwimmzeit war aber 32:30 da die Zeitnehmungsmatte am Eingang der Wechselzone war. Die entsprach Platz 34 bei den Männern und den 6. Platz in meiner Altersklasse. Ich lag also voll im Kurs.

Radfahren

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Nach dem Wechsel ging ich es auf die sehr flache Radstrecke. Zielleistung war bei etwa 255W. Da ich aber bereits bei einzigen Trainingsausfahrten bemerkt habe, dass die Vector Pedale zu wenig Leistung anzeigen (z.B.: 37km/h Schnitt bei 200W - was unmöglich ist) habe ich auch auf den Puls geachtet. Der sinnvolle Bereich hatte ich bei den harten Trainingseinheiten auf 140-150 BPM festgelegt. Anfangs war der Puls ein wenig höher, was aber bei mir nach dem ersten Wechsel normal ist. Ich achte natürlich nicht nur auf die Zahlen sondern auch auf das Körpergefühl. Dies war sehr gut und auf den ersten 30km fuhr ich etwa 43km/h Schnitt. Da vermutete ich bereits das der Wind aus Nordost kommt und auf dem Rückweg noch etwas auf mich zukommen wird. Anschließend geht es über ein Kraftwerk auf die andere Seite der Donau zurück Richtung Nordost. Dabei fährt man auf einem Damm direkt an der Donau, wobei der Asphalt sehr schlecht ist und man auch einige Schläge abbekommt. Nach der Wende ging es auf einer normale Straße mit gutem Asphalt und Rückenwind zurück zum Kraftwerk. Dort begann es dann zu Regnen und der Wind wurde wesentlich stärker. In der nächste Ortschaft überholte ich noch zwei Pro Damen und anschließend ging es etwa 25km gegen den starken Wind. Ich verbrachte den gesamten Rückweg komplett alleine, gegen Wind und Wetter. Immer wieder sagte ich mir: arbeiten, gegen den Wind fahren kannst du, für die Anderen ist es noch schwerer... Oft ging es nur mit 30km/h weiter. Eine neue Bestzeit am Rad hatte ich zu diesem Zeitpunkt bereits lange abgehackt.
Ich konnte die gesamte Strecke meine Leistung sehr gut halten. Was mich allerdings verwundert ist die abfallende Herzfrequenz. Normalerweise steigt die Herzfrequenz bei gleichbleibender Belastung eher an. Eventuell lag es aber an den schlechte Wetterbedingungen im letzten Drittel. Vergleicht man die Daten unten sieht man sehr gut wie die Geschwindigkeit trotz konstanter Leistung immer langsamer wurde. Vergleicht man auch die Wetterdaten der Bilder vom Radfahren und Laufen zeigt sich sehr deutlich wie die Bedingungen schlechter wurden. Trotz der am Papier sehr schnellen Strecke ließen die Bedingungen an diesem Tag keine superschnellen Zeiten zu. Mit meiner Zeit von 2:21:56 reichte für die zweitschnellste Zeit der M30 und Platz 16 bei den Männern.
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Laufen

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In der Wechselzone angekommen war ich sehr überrascht wie wenig Räder von Altersklassenathleten vorhanden waren - 5 oder 6 - mehr waren es nicht. Damit war mir klar, dass ich gut im Rennen lag und mein Chancen auf die Qualifikation recht gut standen. Nach einem guten Wechsel ging es auf die erste von vier Laufrunden. Der größte Teil war dabei am Gelände des X-Bionic Sphere. Aufgrund meiner diesjährigen Laufleistungen im Training und in den Wettkämpfen erwartete ich mir eine Zeit zwischen 1:30:00 und 1:35:00. Es war mir aber schnell klar, dass die Bedingungen am Rad mehr Kraft gekostet hat als geplant und ich musste etwas langsamer Laufen. Vor allem die Passage auf der Pferderennbahn war geprägt von starkem Gegenwind. Der Untergrund war überraschend gut - hier war ich vor dem Rennen etwas skeptisch. Pro Runde muss man auch hinauf auf den Damm des Donauradwegs und auch wider die steile Passage nach dem Schwimmen hinuntern. Insgesamt konnte ich nicht die Intensität laufen die ich mir vorgenommen hatte. Ich hoffe ich traue mich das mein nächsten Rennen. Insgesamt lief ich eine Zeit von 1:39:11 - Platz 10 in der Altersklasse und Platz 70 bei den Männern. Die Zeit von Flip Ospaly von 1:18:20 zeigt ganz deutlich wie hart dieses Rennen war. Beim Ironman St. Pölten lief er den Halbmarathon immer zwischen 1:08:00 und 1:11:00.
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Verpflegung

Diese mal bekommt die Verpflegung einen eigenen Punkt weil ich zu ersten mal ein Rennen mit der Pampe aka Racefuel von NFT Sport bestritt. Dabei handelt es sich um ein individuell abgestimmtes sirupartiges Wettkampfgetränk. Es ist sehr schnell wirksam (hochglykämische Zuckerarten) und besteht nur aus notwendigen Zutaten. Keine Geschmacksstoffe, Säuren, Konservierungsstoffe, etc. die den Magen belasten können. Meine Mischung enthält im wesentliche Glukose (Traubenzucker), Sacherose (Haushaltszucker), Fruktose (Fruchtzucker), Wasser und Salz. Eine allgemeine Aufnahme wie 60-90g Kohlenhydrate pro Stunde gibt es nicht. In ausführlichen Beratungsgesprächen wir erklärt, wie man herausfindet wieviel man aufnehmen soll. Dabei muss man sich in wettkampfähnlichen Trainingseinheiten an die richtige Dosierung herantasten. Im Grunde genommen ist es aber recht einfach. Man muss lernen auf seinen Körper zu hören. Grundsätzlich ist bei diesem Konzept Energie und Flüssigkeitsversorgung entkoppelt. Ich habe in einer Flasche eine vorverdünnte Pampe für die gesamte Radstrecke und in einer zweiten Flasche nur Wasser. Auf den Verpflegungsstationen wird nur Wasser mitgenommen. Sollte es passieren, dass man zu wenig Wasser intus hat merkt man das im Magen sehr schnell. Dann kippt man einfach Wasser nach und es passt wieder. Ich denke, dass ich das aber nach ein paar Rennen komplett im Griff habe. Beim Laufen habe ich ein kleine Trinkflasche mit in der ich auch die vorverdünnte Pampe mithabe und an den Verpflegungsrationen nimmt man eine Schluck Pampe und trinkt Wasser nach. Die Pampe ist auf jeden Fall von der Verträglichkeit und der Energieversorgung das Beste was ich jemals probiert habe. Der Preis orientiert sich an Gels. Eine Portion, die vier Gels entspricht, kostet etwa 8 € - nicht gerade billig aber die Qualität rechtfertig den Preis. Aus meiner Sicht ist es klar dass eine individuell angepasste Verpflegung nicht billiger ist als das Zeug was man im Laden bekommt.

Ergebnis

Mit meiner Endzeit von 4:36:41 erreichte ich den 28. Platz bei den Männern und den 6. Platz in meiner Altersklasse. Die Qualifikation für The Championship 2017 habe ich also locker geschafft. Auch bei einem normale Rennen mit nur 6 Qualifikationsplätze hätte meine Leistung gereicht. Ob ich wirklich starten werde weiß ich aber noch nicht. Dies hängt vor allem von der Saisonplanung für die Challenge Roth ab. Ich stell mir nachbarlich auch immer die Frage ob ich zufrieden bin. Ich muss sagen 80% ja und 20% nein. 6. Platz in der Altersklasse, nur 15 Age Group Athleten waren schneller als ich, Verpflegung hat gut funktioniert, gute Radleistung trotz schwieriger Bedingungen. Alles sehr positiv. Allerdings war meine Laufleistung eine gefühlte Katastrophe. Dies zeigt auch die Auswertung unten. Fast mein gesamter Abstand zum besten Österreicher habe ich beim Laufen kassiert. Für Podersdorf ist mein Ziel wesentlich härter zu Laufen - Durchschnittspuls von mindesten 160.

Hier die Auswertung von Triathlon Ranking:
Schwimmen
Radfahren
Laufen
Gesamt
Zeit: 00:32:30
Bester: 00:30:37 (M. Lukacs)
Diff: +00:01:53 (6.15%)
Zeit: 02:21:56
Bester: 02:19:14
(P. Tichy)
Diff: +00:02:42
(1.94%)
Zeit: 01:39:11
Bester: 01:23:24
(R. Thürauer)
Diff: +00:15:47 (15.47%)
Zeit: 04:36:41
Bester: 04:19:23
(R. Thürauer)
Diff: +00:17:18 (6.67%)

Hier auf Garmin Connect:




Sonstiges

Finnischer Buffet und Pasta Party waren echt vom Feinsten. Eine schöne Medaille und hochwertige Finisher T-Shirts habe es auch. Am Vorabend gab es ein Konzert. Hüpfburgen für Kinder. 2 Tage freie Eintritt im Schwimmbad. Hier ein paar Impressionen:
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