Triathlon EM 2016 Lissabon

Am 29. Mai 2016 stand für mich mein erstes Saisonhighlight am Plan. Die Age-Group Triathlon Europameisterschaften auf der olympischen Distanz. Nach dem schwachen Ergebnis des letzen Jahres wollte ich dieses Jahr auch bei einem international Bewerb eine gute Leistung zeigen. Der Wettkampf fand auf dem ehemaligen Geländer der Expo 1998 statt. Der Kurs ist im nächsten Bild dargestellt. Geschwommen wurde in einem künstlichen Becken mit insgesamt 4 Wenden. Auf der weitgehend flache Radstrecke mussten zwei Runden absolviert werden. Bis auf einen kurzen Anstieg und die Wendepunkte konnte man die gesamte Strecke am Auflieger fahren. Nach dem kurzen Anstieg vor dem Wendepunkt ging es mit bis zu 70km/h bergab.
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Für mich begann der Tag leider mehr schlecht als recht. Direkt nach dem Aufstehen um 4:30 Uhr meldete sich meine Verdauung mit grummeln und Schmerzen. Bis zum Start änderte sich das leider nicht und somit startete ich mit einem schlechten Gefühl in den Wettkampf. Bei idealen Wetterbedingungen erfolgte der Start meiner Welle (M30-M39) um 7:25 Uhr.

Schwimmen
Es war mein erster Wettkampf im Salzwasser und diesbezüglich hatte ich keine Probleme. Ich war in der größten Welle und hatte kaum Probleme mich in der „Waschmaschine“ durchzukämpfen. Leider hatte ich ab der ersten Wende niemanden vor mir, und musste somit die restliche Schwimmstrecke ohne Wasserschatten auskommen. Nach 24:36 Minuten stieg ich aus dem Wasser, was nicht ganz meiner Erwartung entsprach. Aufgrund der Kombination Salzwasser und Neo hatte ich auf eine Zeit von etwa 23 Minuten gehofft. Unter Berücksichtigung dass die Schwimmstrecke 100m zu lange war (oder ich bin zu weit geschwommen) komme ich fast auf die gewünschten 23 Minuten für 1500m. Mein Rückstand auf Triathlonranking beträgt 18.65% was heuer mein bestes Ergebnis ist.

Radfahren
Nach einem schnellen Wechsel ging es aufs Rad. Speziell am Anfang haben sich meine Beine gar nicht so gut angefühlt wie erhofft. Nach ein paar Kilometern hat sich dieses Gefühl aber gelegt und ich konnte auf den flachen Passagen meine angestrebten 300W treten. Überholt wurde ich auf der Radstrecke von niemandem und mit 1:04:39 erreichte ich den schnellsten Bikesplit aller Österreicher. Mit der Streckenlänge von 42km ergibt sich eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 39.2km/h. Ich erreichte eine Durchschnittsleistung von 272 W und einer Normalized Power von 283 W fuhr ich genau in dem empfohlenen Bereich für die olympische Distanz. Wie bei den meisten Wettkämpfen hat die Radleistung gut gepasst – viel Luft nach oben ist hier nicht mehr.
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Laufen

Nach einem zweiten schnellen Wechsel ging es auf die extrem kurzeilige Laufstrecke. Es waren 4 Runden zu absolvieren und auf der gesamten Laufstrecke waren Zuschauer die einem angefeuert haben. Leider meldete sich bereits nach kurzer Zeit meine Verdauung. Daher war Ziel Nummer 1 den Wettkampf ohne Toilettengang zu Ende zu bringen, was ich auch geschafft habe. Mit einer durchschnittlichen Herzfrequenz von 159BPM war ich deutlich weniger intensiv unterwegs als erhofft bzw. was ich Obergrafendorf Laufen konnte. Was die Länge der Laufstrecke betrifft wurde nach dem Rennen sehr viel diskutiert. In jeder Runde lief man eine Teil Indoor und die Uhren zeigten zwischen 8km und 9.2km an. Aus meiner Sicht war die Strecke auf jeden Fall etwas zu kurz, ansonsten kann ich mir meine Zeit von 39 Minuten nicht erklären. Das Laufen hat sich nicht extrem intensiv angefühlt obwohl schneller auch nicht möglich war. Länger wäre kein Problem gewesen. Mein Rückstand laut Triathlonranking beläuft sich auf 18.84% was zu den der heurigen Ergebnissen passt.
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Ergebnis


Mit meiner Endzeit von 2:10:23 erreichte ich den 20. Rang in meiner Altersklasse (von 45 Startern). In den Listen steht zwar 21. aber der schnellste meiner Altersklasse wurde disqualifiziert. Dies ist wesentlich besser als letztes Jahr. Besonders freut mich, dass ich den besten Bikesplit aller Österreicher hatte.

Hier die Tabelle von Triathlon Ranking:
Schwimmen
Radfahren
Laufen
Gesamt
Zeit: 00:24:36
Bester: 00:20:44 (M. Mayer)
Diff: +00:03:52 (18.65%)
Zeit: 01:04:39
Bester: 01:04:39
(C. Mayr)
Diff: +00:00:00
(0%)
Zeit: 00:39:00
Bester: 00:32:49 (O. Kreindl)
Diff: +00:06:11 (18.84%)
Zeit: 02:10:23
Bester: 02:04:22
(S. Leitner)
Diff: +00:06:01 (4.84%)

Hier auf Garmin Connect:


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Fazit

Die EM hat mir deutlich gezeigt, dass die Radform stimmt und ich diese für die restliche Saison nur konservieren, bzw. mein Training für die Halbdistanzrennen im August und September adaptieren werde - also kein Fokus auf Steigerung der Leistung. Anders sieht es beim Schwimmen und Laufen aus. Bisher habe ich das Schwimmen schwer vernachlässigt. Daher werde ich ab sofort drei mal pro Woche Schwimmen gehen und die Schwimmeinheiten etwas verlängern. Beim Laufen werde ich mich darauf konzentrieren den Halbmarathon bei einer Halbdistanz endlich unter 1:30 Stunde zu schaffen.

Hier ein Punkt der mir noch am Herzen liegt. In den letzten drei Jahren war ich bei den ITU Age-Group Europameisterschaften dabei und es sind die Rennen mit dem schlechtesten Preis-Leistung-Verhältnis. Für 150€ bekommt man sehr wenig geboten. Startsackerl? Startnummern und ein T-Shirt. Pasta-Party? Mieß. Labestation? Wasser - bis zur olympischen Distanz ist das OK. Finischer Buffet? Wasser, Bananen, Orangen und gefühlt 20 Red Bull. Auch wenn ein Ironman 70.3 230€ kostet, aus meiner Sicht bekommt man dabei mehr für sein Geld. Das ist aber alles nichts im Vergleich zu so manchen lokalen Bewerben (z.B.: Triathlon Langau, Mostiman) wo man für kleines Geld richtig gute Bewerbe bekommt.

Fotos © Trinews, Triathlonverband Österreich, Medis Triathlon EM Lissabon