14. Boralis Linz Donau Marathon

Erster Marathon, Ziel erreicht! Hier mein Rennbericht. Ist sehr ausführlich geworden. Vielleicht kann ja so ein ausführlicher Bericht jemandem bei seinem ersten Marathon helfen.
Zur Einstimmung ein kurzes YouTube Video über die 8 Stufen eines Marathons ;)

Unmittelbare Vorbereitung


Grundsätzlich wollte ich alles tun um die im Video beschriebenen Stufen nicht durchmachen zu müssen.
In Wirklichkeit beginnt ein wichtiger Wettkampf bereits ein paar Tage vor dem Rennen. Do-Sa Carbo-Loading, Startnummer abholen, Rennen planen etc. Ich habe dieses mal ein Carbo-Loading gemacht. Nicht zu verwechseln mit der Saltin Diät. Neuere Studien haben gezeigt, dass die Saltin Diät keinen Vorteil gegenüber einer einfachen Erhöhung der Kohlenhydrate für 3 Tage hat. Also, von Do-Sa bei der Ernährung volle Konzentration auf die Kohlenhydrate und zwar mit abnehmender Menge damit sich der Körper vom unnötigen Ballast entledigen kann. Am Sonntag gab es dann mein Power-Frühstück: 50g Haferflocken mit einer Banane, Cranberries, 125g Heidelbeeren und 100g griechischen Joghurt.
Eine Stunde vor dem Wettkampf noch einen High5 Energieriegel und die Speicher waren bis zum Rand gefüllt.

Wettkampf


Strategie

Aufgrund meiner Leistungen auf 10km und Halbmarathon war mein Ziel unter 3:15h zu bleiben. Ich hatte allerdings ein paar Bedenken, da Berny eine Zielzeit unter 3:20h vorgegeben hat. Plan war so weit es geht mit dem Pacemaker mitzulaufen. Dies sollte mich vor allem davon abhalten am Anfang zu schnell zu laufen. Sollte ich bei km 37 noch genug im Tank haben dann würde ich die letzten 5km etwas schneller laufen. Mental war der Plan die Strecke in drei gleiche lange Teile von 14km aufzuteilen. Die ersten 14km sollten sich gemütlich anfühlen, bei den zweiten 14km auf eine saubere Lauftechnik achten und ab km 28 darf es sich wie ein Wettkampf anfühlen (dies habe ich einmal bei einer Fernsehübertragung von Viktor Röthlin gehört).
Bei der Wettkampfverpflegung hätte ich mich beinahe auf den Veranstalter verlassen - und wäre dabei verlassen worden… Laut Informationen auf der Homepage sollte es ab der Hälfte bei jeder Labestation Multipower Gels geben. Da ich mit diesen Gels aber noch keine Erfahrung gemacht habe bin ich auf Nummer sicher gegangen und habe mir 6 High5 Gels mitgenommen. Pro Stunde also 2 Gels was 46g Kohlenhydrate entspricht. Dabei bin ich zwar knapp unterhalb der üblichen Menge von 50-80g allerdings hatte ich in der Vergangenheit bei diesen Mengen in Wettkämpfen öfters Magenprobleme. Ich persönlich vertrage die High5 Gels besonders gut und sie sind auch sehr günstig zu bekommen.

Umsetzung


Ich konnte meinen Plan zu 100% umsetzten, was mich ganz besonders freut. Ich hatte auch keine nennenswerten Probleme. Nur zwischen km 32 und 34 leichtes Stechen in der rechten Lunge. Ansonsten weder Schmerzen in den Muskeln, Gelenken oder energetische Probleme. Stichwort energetische Probleme: Der Mann mit dem Hammer ist ja so ein Mythos, der herumgeistert. Nach etwa 35km soll er kommen, ganz plötzlich und gnadenlos zuschlagen. Mit der richtigen Vorbereitung und der richten Ernährung während des Wettkampfes kann man den Mann mit dem Hammer getrost bei km 35 grüßen und auf den letzen Kilometern noch etwas zulegen.
Hier ist auch zu sagen, dass eine Mitteldistanz im Triathlon bereits eine größere energetische Herausforderung darstellt als ein Marathon. Mein gesamter Verbrauch beim Marathon lag bei knapp 3000kcal wobei ich bei einer Mitteldistanz etwa 5000kcal benötige.

Material


Bei der Bekleidung habe mich mich für mein X-Bionic Radtrikot entschieden (Radtrikot um die Gels zu transportieren) und meine Cocoon Tri Parts. Beide Kleidungsstücke sind sehr bequem, was mir auf einer langen Distanz besonders wichtig ist. Ich habe auch OMotion Kompressionsstrümpfe verwendet, kann aber nicht sagen ob diese Vorteile gebracht haben. Bei den Schuhen habe ich mich für die On Cloudracer entschieden. Hier muss ich zugeben, dass diese Wahl schon ein gewisses Risiko dargestellt hat. Der Cloudracer ist eher ein mittelmäßig gedämpfter Wettkampfschuh - für Distanzen bis zum Halbmarathon auf jeden fall eine Empfehlung. Ich habe am Ende des Marathons meine Füße schon sehr deutlich gespürt. Meine Empfehlung ist, den Cloudracer nur bei einem Marathon verwenden wenn man eine wirklich gute Fußmuskulartur besitzt und es gewöhnt ist lange Distanzen mit so einem Schuh zu laufen.

Organisation


Grundsätzlich ist der Linzmarathon ausgesprochen gut organisiert. Das einzig mühsame ist, dass man die Startnummer Freitag oder Samstag abholen muss. Auch die Messe fand ich wirklich gelungen. Einige interessante Sport bzw. Laufschuhmarken (Asics, On, Newton, Saucony, Adidas) waren vertreten, aber auch “unser” österreichischen Vorzeigemarken Skinfit, Cocoon und Reborn. Besonders hervorzuheben ist die Qualität des Finishershirts. Alle Marathon Finischer erhalten ein Asics Funktionshirt - die Qualität ist wesentlich besser verglichen mit dem was man üblicherweise bekommt.

Ergebnis


Mit meinem Ergebnis bin ich recht zufrieden. Wäre ich von Beginn an etwas schneller gelaufen, dann wäre vielleicht eine etwas bessere Zeit möglich gewesen. Ich denke aber, dass meine Taktik sehr gut funktioniert hat und es besser war für meinen ersten Marathon einen eher konservativen Plan zu haben - und vor allem sich daran zu halten. Ganz besonders freue ich mich über den negativen Laufsplit: 1.HM: 1:37:25, 2.HM: 1:36:47

Hier mein Ergebnis in Zahlen:

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Hier auf Garmin Connect:


Hier die Auswertung von Pentek:
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Fotos © HDsports

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